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Dimensionen und Arbeitsschritte: Leitfaden für die richtige Zuordnung in specter

Die richtigen Dimensionen für AV-Arbeitsschritte auswählen - hier wird erklärt, welche Zuordnungen sinnvoll sind und Fehler vermeiden.

Can-Su Hermann avatar
Verfasst von Can-Su Hermann
Vor über 4 Monaten aktualisiert

specter zeigt zahlreiche Dimensionen pro Bauteil – aber welche davon eignen sich für die AV-Arbeitsschritte? Dieser Artikel gibt einen Überblick über sinnvolle Zuordnungen und erklärt, wie Fehlermeldungen in der AV vermieden und verstanden werden können.

In diesem Artikel zeigen wir dir:

  • Welche Dimensionen sich für Rohbau- und Ausbauarbeiten eignen

  • Beispiele für Wände, Bodenplatten, Unterzüge und Decken

  • Typische Fehlerquellen bei der Zuordnung

  • Bedeutung von AV-Fehlermeldungen

  • Praktische Empfehlungen zur Verbesserung der Datenqualität


1. Welche Dimension für welchen Arbeitsschritt?

Im Rohbau:
Die Eingabe der Dimension zum Bauteil erfolgt in der AV. [Einführungsvideo]

Beispiel 1: Wand-Schalung

  • Empfohlene Dimension: Brutto-Seitenfläche × 2 oder Mantelfläche

  • Warum: Öffnungen (Fenster, Türen) sollen mitgerechnet bzw. abgezogen werden. Stirnschalungen können optional einbezogen werden. Wandabhängige Aufgaben ggf. getrennt anlegen.

  • Hinweis: Nicht explizit modellierte Öffnungen oder bodentiefe Fenster können zu falschen Flächen führen – im CAD prüfen.

Beispiel 2: Volumen einer Wand/Bodenplatte/Unterzug/Sauberkeitsschicht

  • Empfohlene Dimension: Netto-Volumen

  • Warum: Das tatsächlich zu betonierende Volumen wird korrekt erfasst. Öffnungen werden abgezogen. Keine VOB-konforme Abrechnung.


Beispiel 3: Volumen einer nicht modellierten Sauberkeitsschicht

  • Empfohlene Dimension: Grundfläche × Höhe der SKS

  • Warum: Volumen wird über Grundfläche × Höhe berechnet.

  • Hinweis: Ergebnis in m³ wählen, Zielgröße ME = m³.

Beispiel 4: Decke bewehren

  • Empfohlene Dimension: Volumen × Faktor Bewehrungsgrad

  • Warum: Bewehrungsgrad gibt Stahlgewicht (kg) pro m³ Beton an.

  • Typische Richtwerte (kg/m³):

Bauteil

Typischer Bewehrungsgehalt (kg/m³)

Üblicher Bereich (kg/m³)

Bodenplatte

85

65 – 105

Fundament

85

70 – 100

Wand

100

80 – 120

Decke

95

80 – 110

Balken/Riegel

130

100 – 160

Stütze

140

120 – 160

Die tabellarischen Angaben entsprechen den praxisüblichen Richtwerten aus dem "Arbeitsblatt 13: Bewehren von Stahlbetontragwerken nach DIN 1045-1" des Instituts für Stahlbetonbewehrung e.V.

Im Ausbau:

Standardmäßig wird specter im Ausbau für die LEAN Planung verwendet. Für eine derartige Planung wird empfohlen die Richtwerte für eine LEAN Fläche zu nehmen. Bedeutet: Die Aufwandswerte der Ausbaugewerke wird auf den m² umgerechnet. Das ist übliche Praxis mit der Vorsicht, dass es je nach Bauart (beispielsweise: Büro oder Studentenwohnheim) verschieden Aufwandswerte angenommen werden.

Für diesen Standardmäßigen Fall empfiehlt es sich daher immer die Brutto Raum Grundfläche als Dimension zu wählen.

Sollten die Bauteile für den Ausbau explizit modelliert sein, so geht man ebenso vor wie für die Bauteile im Rohbau.

2. Typische Fehlerquellen bei der Zuordnung

  • Verwendung von Brutto-Werten bei Aufgaben, bei denen Öffnungen ausgespart werden sollen

  • Falsche Zuordnung von Volumen statt Fläche

  • Nutzung projektierter Grundfläche bei komplexen Objekten

Einschränkungen:

  • Mengenermittlung in specter: nur feste Dimensionen auswählbar, multipliziert mit Faktor

  • Komplexe Geometrien: Randschalungen, Unterzüge → Annäherung über Faktoren notwendig

  • Manueller Workaround möglich, aber zeitintensiv

3. Bedeutung von AV-Fehlermeldungen

  • Fehler nach Speichern einer Aufgabe:
    „Einige Bauteile haben die angegebene Dimension nicht…“ → Dimension fehlt oder Bauteil nicht korrekt modelliert

  • Fehler nach Speichern der Kalkulation:
    „Einige Bauteile in den Objektgruppen haben die notwendigen Dimensionen nicht…“ → Dimension beim Bauteil leer oder nicht vorhanden

4. Zusammenfassung

Eine sinnvolle Zuordnung der Dimensionen zu Arbeitsschritten verbessert die Datenqualität in specter und reduziert Plausibilitätsprobleme.

  • Netto-Flächen nutzen für realitätsnahe Werte

  • Bei Unsicherheiten visuell im Modell oder AV-Vorschau prüfen

  • Brutto-Flächen gezielt für LEAN- oder Standardwerte verwenden

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