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Dimensionen berechnen

So berechnet specter automatisch Dimensionen.

Can-Su Hermann avatar
Verfasst von Can-Su Hermann
Vor über 3 Monaten aktualisiert

In specter stehen verschiedene geometrische Maße wie Flächen oder Volumen zur Verfügung. Diese können entweder automatisch berechnet oder aus dem IFC-Modell übernommen werden.


In diesem Artikel zeigen wir dir:

  • wie diese Werte entstehen

  • worauf du achten solltest

  • und warum dieselbe „Fläche“ nicht immer gleich zu verstehen ist.



1. Überblick: Maße in specter

specter prüft beim Upload einer IFC-Datei automatisch, ob darin bereits Dimensionen enthalten sind.

  • Wenn Dimensionen vorhanden sind, übernimmt specter diese direkt aus der Datei.

  • Wenn Dimensionen fehlen, berechnet Specter vier zentrale Maße eigenständig – unabhängig vom Datenmodell oder den Exporteinstellungen im CAD Programm.

Diese automatisch erzeugten Maße stehen für jedes Objekt zur Verfügung und bilden die Grundlage für zahlreiche Funktionen im Tool.

2. Die vier automatisch berechneten Maße

1. Gesamtfläche (Netto):

Die Gesamtfläche beschreibt alle sichtbaren Außenflächen eines Objekts – inklusive Öffnungen (z. B. Fensterlaibungen). Das bedeutet: Auch wenn eine Öffnung wie ein Fenster nicht explizit modelliert ist, wird ihr Bereich dennoch mitgerechnet.

2. Grundfläche (Netto):

Die Grundfläche wird in Specter als 2D-Projektion des Objekts auf die XY-Ebene berechnet – sie entspricht also der Aufsicht. Das bedeutet: Man erhält die Fläche der Form, die sichtbar wäre, wenn man das Objekt von oben betrachtet wird.

Hinweis:

  • Bei einfachen Objekten (z. B. T-förmigen Objekten) stimmt dieser Wert in der Regel exakt.

  • Bei komplexeren Formen kann es zu Abweichungen kommen. In diesem Fall wird die Fläche als Polygon berechnet, das die äußeren Umrisse des Objekts umschließt.

3. Mantelfläche (Netto)

Die Mantelfläche wird berechnet als:

Gesamtfläche – 2 × Grundfläche
Sie beschreibt die äußere Hüllfläche eines Objekts, also alle Seiten- und Stirnflächen, jedoch ohne Boden und Decke.

Beispiel:
Bei einem Quader entspricht die Mantelfläche genau der Summe aus Vorder-, Rück-, linker und rechter Seitenfläche.



4. Volumen (Netto)

Das Volumen wird direkt aus der Geometrie des Modells berechnet.

  • Alle Aussparungen und Öffnungen (z. B. Schächte, Fenster oder Türdurchbrüche) werden berücksichtigt – sofern sie im Modell vorhanden sind.

  • Leerräume, die geometrisch enthalten sind, aber nicht sichtbar, fließen ebenfalls in die Berechnung ein und werden entsprechend abgezogen.

Beispiel:
Ein massiver Quader mit einem modellierten Hohlraum in der Mitte hat ein kleineres Volumen als der gleiche Quader ohne Hohlraum.

3. Netto oder Brutto – was gilt?

In specter werden alle Maße als Netto-Werte berechnet.

Das bedeutet:

  • Öffnungen und Aussparungen (z. B. Fenster oder Türdurchbrüche) werden berücksichtigt und fließen vollständig in die Berechnung ein.

  • Es werden keine Brutto-Flächen oder -Volumen ausgewiesen.

Falls du Brutto-Werte benötigst (wie sie in manchen CAD-Programmen standardmäßig ausgegeben werden), können diese über Qto-Importe in specter ausgewertet werden.

Siehe dazu den Artikel: (verlinkung zu „03_IFC Properties - Wenn Maße nicht standardisiert geliefert werden“)

4. Besonderheit: Grundfläche und Mantelfläche sind idealisiert

Wichtig zu wissen: Die in Specter berechnete Grundfläche entspricht nicht immer der tatsächlichen Aufstandsfläche eines Objekts.

  • Bei T-förmigen oder komplex geformten Bauteilen wird die Grundfläche als Projektion der oberen Fläche auf die XY-Ebene berechnet (Top-View).

  • Dadurch kann es zu Abweichungen zwischen der berechneten Grundfläche und der real belegten Fläche kommen.

Diese Vereinfachung ist technisch bedingt und sollte bei exakten Berechnungen berücksichtigt werden.
Beispiel:
In der folgenden Skizze wird bei einem T-förmigen Objekt nur die grün markierte Fläche (Top-View) als

Gruppieren 1, Gruppiertes Objekt

Grundfläche verwendet – nicht die tatsächlich belegte Fläche (rot).

Da die Mantelfläche aus der Gesamtfläche berechnet wird kann es zu Abweichungen kommen. Je nachdem, ob und wie Öffnungen (Türe/Fenster) in z.B.: einer Wand vorhanden sind.


5. Zusammenfassung

  • Vier automatisch berechnete Maße:
    Wenn die IFC keine eigenen Dimensionen mitliefert berechnet Specter unabhängig vom IFC-Export die Werte Gesamtfläche, Grundfläche, Mantelfläche und Volumen.

  • Netto statt Brutto:
    Alle Maße werden als Netto-Werte berechnet.
    -> Öffnungen und Aussparungen (z. B. Fenster oder Türdurchbrüche) werden berücksichtigt und vom Ergebnis abgezogen.

  • Besonderheit Grundfläche & Mantelfläche:
    Diese Maße sind idealisiert.
    -> Bei komplexen Formen (z. B. T-förmigen Bauteilen) werden vereinfachte Projektionen genutzt – dadurch können Abweichungen zur realen Aufstandsfläche entstehen.

  • Keine Qto-Daten:
    Externe Qto-Daten aus CAD-Programmen werden für diese Berechnungen nicht verwendet. Brutto-Werte können nur über Qto-Importe analysiert werden.


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